
Intime Athmosphäre und junge Talente auf der Bühne
Kammeroper
Die Wiener Kammeroper wurde 1953 von Prof. Hans Gabor gegründet. Zunächst als Ensemble ohne festes Haus, spielte man in den Wiener Außenbezirken speziell für die Wiener Arbeiterkammer, im Wiener Konzerthaus für das Theater der Jugend und erfüllt somit eine große kulturpolitische Aufgabe. Gastspielreisen nach Belgien, Italien und Deutschland festigten früh den internationalen Ruf des noch jungen Ensembles.
Im Jahr 1961 wurde nach Zusage einer Subvention durch das Unterrichtsministerium der Stadt Wien ein ehemaliger Tanzsaal am Fleischmarkt 24 für Opernzwecke adaptiert und zur festen Spielstätte der Wiener Kammeroper. Anfang der 80er Jahre zog sich Gabor vom Dirigentenpult zurück, um sich fortan ausschließlich der künstlerischen Leitung, dem Management seines Hauses, zu widmen.
Mit der Einführung der Reihe „Studio K“ war man seit 1983 bestrebt, verstärkt der Moderne eine Plattform zu bieten. Im Bestreben junges Publikum anzusprechen, verfiel Hans Gabor auf die Idee, Rockopern anzubieten. Klassische Werke wie La Bohème oder Carmen in zeitgemäßer musikalischer Sprache wurden nicht nur in Wien zum Tagesgespräch, sie fanden bald auch internationale Nachahmer. Ein neues Kapitel schlug die Wiener Kammeroper 1992 mit Freilichtaufführungen von Mozart-Opern vor der Römischen Ruine im Schlosspark von Schönbrunn auf. Die Open-Air-Aufführungen wurden ein großer internationaler Erfolg.
Nach dem unerwarteten Tod von Gabor 1994 wurde die erfolgreiche Programmlinie der Vergangenheit fortgesetzt. In der Spielzeit 1999/2000 übernahmen Isabella Gabor und Holger Bleck die Leitung des Hauses. Die Förderung des Sängernachwuchses mit dem Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb, die sommerlichen Opern- und Operettenaufführungen im Schönbrunner Schlosstheater und die Opernproduktionen im Haus am Fleischmarkt waren – der Tradition des Hauses entsprechend – weiterhin die wesentlichen Standbeine der Wiener Kammeroper.
Als sich der Bund als Subventionsgeber in 2011 zurückzog, wurde gemeinsam mit dem Trägerverein der Wiener Kammeroper in Abstimmung mit der Stadt Wien, ein neues Konzept für die Bespielung durch das Theater an der Wien erarbeitet. Seit September 2012 bespielt das Theater an der Wien die Kammeroper, dessen Spielplan somit um das vielfältige Spektrum des intimen Kammeropern-Repertoires ergänzt wurde. Auch in diesem Rahmen wird Nachwuchsförderung großgeschrieben – zuerst durch die Gründung des Jungen Ensembles des Theater an der Wien (JET) und aktuell durch das CAMPUS-Programm des MusikTheater an der Wien.










